Vorsorgeauftrag Kosten Schweiz: Was müssen Sie zahlen?

Die Kosten für einen Vorsorgeauftrag gehen in der Schweiz weit auseinander, je nachdem, welchen Weg Sie wählen und in welchem Kanton Sie wohnen. Erfahren Sie, welche Option das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bietet und welche versteckten Kosten Sie kennen sollten.

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Kostenübersicht: Die drei Wege im Vergleich

Erstellungsweg Kosten Qualität
Handschriftlich (selbst) Kostenlos Hohes Fehlerrisiko
Online-Plattform (rechtsvorsorge.ch) ab CHF 49. Rechtlich geprüft
Anwalt oder Notariat kantonal geregelt, sehr unterschiedlich Persönlich begleitet

Was ein Notariat kostet, hängt vom Wohnkanton ab

Hier liegt die grösste Überraschung für die meisten Menschen. Für dieselbe Leistung, die öffentliche Beurkundung eines Vorsorgeauftrags, verlangen die Kantone völlig verschiedene Beträge. Die Beurkundung ist kantonal geregelt, und jeder Kanton setzt seinen Tarif selbst.

Die Unterschiede sind erheblich, und zwar nicht um ein paar Prozent, sondern um ein Vielfaches. Einzelne Kantone verlangen für die Beurkundung eines Vorsorgeauftrags fast nichts, andere ein Mehrfaches davon. Dazu kommt, dass die Rechnung auch innerhalb eines Kantons vom Aufwand abhängt: von der Länge des Gesprächs, von der Zahl der beauftragten Personen, von der Frage, wie verschachtelt Ihre Verhältnisse sind.

Eine allgemeine Zahl lässt sich darum nicht nennen, und wer eine nennt, führt Sie in die Irre. Was hilft, ist ein Anruf: Fragen Sie beim Notariat Ihres Wohnorts nach dem Tarif für einen Vorsorgeauftrag. Das dauert fünf Minuten, und Sie haben eine verbindliche Auskunft statt einer Schätzung aus dem Internet.

Was Sie dafür bekommen, ist echte Begleitung: ein Gespräch, in dem jemand Ihre Lage anhört, und eine Urkundsperson, die für die Form einsteht. Bei verschachtelten Vermögensverhältnissen, Unternehmensbeteiligungen oder Bezug zum Ausland ist dieses Geld gut angelegt. Für den gewöhnlichen Fall, eine Person des Vertrauens für alle drei Bereiche und eine Ersatzperson dahinter, braucht es das nicht.

Kosten beim Online-Dienst (ab CHF 49)

Online-Plattformen wie rechtsvorsorge.ch bieten rechtskonforme Vorsorgeaufträge zu einem Bruchteil der Notarkosten:

  • Vorsorgeauftrag: CHF 49.
  • Patientenverfügung: CHF 15.
  • Beide Dokumente: CHF 64.

Sie beantworten eine Reihe von Fragen, und daraus entsteht Ihr Dokument. Bezahlt wird am Schluss, das Ausfüllen selbst kostet nichts. Die Formulierungen stammen aus der notariellen Praxis.

Wichtig: Auch ein online erstellter Vorsorgeauftrag muss vollständig von Hand abgeschrieben und unterzeichnet werden, das ist die gesetzliche Formvorschrift in der Schweiz.

Was ist im Preis inbegriffen?

Bei rechtsvorsorge.ch:

  • Geführter Fragebogen mit Erklärungen
  • Rechtlich geprüfte Vorlage
  • Personalisiertes PDF-Dokument
  • Anleitung zur Unterzeichnung und Aufbewahrung
  • Nachbesserung, wenn etwas nicht passt

Beim Notar:

  • Beratungsgespräch
  • Erstellung des Dokuments
  • Offizielle notarielle Beurkundung
  • Amtliche Kopien

Handschriftlich: Kostenlos, aber mit Risiken

Ein handschriftlicher Vorsorgeauftrag kostet nichts, birgt aber erhebliche Risiken:

  • Jeder getippte Teil macht das Dokument ungültig
  • Fehlendes Datum oder fehlende Unterschrift = ungültig
  • Unklare Formulierungen führen zu Streitigkeiten
  • Die KESB kann es ablehnen

Wie häufig solche Fehler vorkommen, ist nicht statistisch erfasst. Fest steht nur die Folge: Ein formungültiger Vorsorgeauftrag wirkt wie gar keiner. Die Behörde stellt den Mangel fest und errichtet eine Beistandschaft, und wen Sie gewollt hätten, spielt dann keine Rolle mehr.

Die Kosten, an die niemand denkt

Der Preis der Erstellung ist nur ein Teil der Rechnung. Zwei weitere Posten kommen dazu, und beide fallen erst später an.

Der erste ist der Eintrag beim Zivilstandsamt. Er kostet 75 Franken, eine Gebühr des Bundes, dazu 30 Franken, wenn Sie eine schriftliche Bestätigung wollen. Er ist freiwillig, aber er ist der Grund, weshalb die Behörde Ihren Vorsorgeauftrag im Ernstfall überhaupt findet: Erfährt sie von einer Urteilsunfähigkeit, fragt sie zuerst dort nach.

Der zweite ist die Gebühr der Erwachsenenschutzbehörde für die Prüfung und die Urkunde, mit der sich die beauftragte Person danach ausweist. Ihre Höhe richtet sich nach dem Kanton und nach dem Aufwand. Für den Vergleich der Erstellungswege spielt sie ohnehin keine Rolle: Sie fällt in jedem Fall an, ob Sie den Auftrag selbst geschrieben, online erstellt oder haben beurkunden lassen.

Und ein dritter Posten, der keiner sein muss: die Entschädigung der beauftragten Person. Das Gesetz überlässt Ihnen die Regelung. Sagen Sie nichts dazu, legt die Behörde eine angemessene Entschädigung fest, wenn sie das für gerechtfertigt hält. Wer das nicht will, regelt es im Auftrag selbst.

Lohnt sich ein günstigerer Vorsorgeauftrag?

Ja, wenn er rechtlich geprüft und umfassend ist. Die Formulierungen von rechtsvorsorge.ch stammen aus der Arbeit auf Schweizer Notariaten und werden laufend nachgeführt. Für die meisten Menschen bietet die Online-Option das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Für komplexe Situationen, wie grosse Vermögenswerte, Unternehmensbeteiligungen oder internationale Aspekte, kann ein Anwalt trotz höherer Kosten sinnvoll sein. Für den Standardfall ist ein rechtlich geprüfter Online-Vorsorgeauftrag absolut ausreichend.

Häufige Fragen zu den Kosten

Kostet die Hinterlegung beim Zivilstandsamt etwas?

Ja, der Eintrag in die zentrale Datenbank ist gebührenpflichtig. Die Gebühr ist vom Bund festgelegt und darum überall dieselbe, eine schriftliche Bestätigung kostet zusätzlich; den aktuellen Betrag erfahren Sie beim Zivilstandsamt. Sie müssen persönlich vorsprechen und einen gültigen Ausweis mitbringen. Welches Amt, spielt keine Rolle, jedes in der Schweiz nimmt den Antrag entgegen.

Muss ich für die KESB-Prüfung bezahlen?

Ja, und das übersehen die meisten. Prüft die Behörde den Vorsorgeauftrag und stellt die Urkunde über die Befugnisse aus, erhebt sie dafür eine Gebühr. Die Höhe setzen die Kantone fest. Die Höhe setzen die Kantone fest und sie richtet sich nach dem Aufwand, eine allgemeine Zahl gibt es nicht. Wichtig ist vor allem eines: Diese Gebühr fällt unabhängig davon an, wie Sie den Auftrag erstellt haben, beim Notariat gleich wie online.

Kann ich einen kostenlosen Vorsorgeauftrag online finden?

Es gibt kostenlose Vorlagen, aber diese sind oft unvollständig oder nicht auf die Schweizer Rechtslage zugeschnitten. Ein rechtlich geprüfter Vorsorgeauftrag ab CHF 49 ist die sicherere Wahl.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Nein. Die Kosten für einen Vorsorgeauftrag werden weder von der Krankenkasse noch von anderen Versicherungen übernommen. Es handelt sich um private Vorsorgekosten.

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